Aug 11 2010
…wer den Wetterfröschen nicht glaubt…
Das Gute an meinem Job ist, dass Tätigkeiten wie “Bergmönch testen” dazu gehören! Für jeden anderen wären das ein paar freie Stunden am Nachmittag – ich MUSS sowas machen
Also hab ich mir heut Nachmittag 2 Stunden Zeit genommen, den Verleih-Bergmönch geschnappt und bin mit der Gondel auf das Kreuzjoch (2.136m) gefahren – die Buja und Ihr Team besuchen. Es ist ja nicht verboten das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und so hab ich erst mal die frische Luft und die Aussicht genossen (die kurz danach garnicht mehr so gut war, aber dazu später).
Ich hab gleich gemerkt – wer mit einem Bergmönch unterwegs ist, bleibt nicht allein. Kaum aus der Gondel ausgestiegen, hatte ich schon die ersten Unterweisungen und Vorführungen zu absolvieren. Allseits besteht großes Interesse und auch großer Respekt vor dem erfinderischen Geist der dahinter steckt (Thomas Kaiser). Allzuviele Erklärungen waren nicht nötig – einige Wanderer haben den Mönch gesehn und sofort angefangen von den Problemen mit ihren Knien beim Abstieg zu erzählen und dass der Bergmönch die Lösung schlechthin sei. 
Ich hab mir vor dem Ausflug den Wetterbericht angesehn und es wurden schwere Gewitter für den Nachmittag angekündigt. Nach einem Blick zum Himmel hab ich mir gedacht, dass die Wetterfrösche wohl keine Fenster in ihren Forschungs-Stationen haben, denn es gab zwar ein paar Wolken, aber ich hätte viel gewettet, dass es niemals anfängt zu regnen. Nach ungefähr 20 Minuten am Kreuzjoch begann es leicht zu tröpfeln – weiss der Teufel wo die schwarzen Wolken plötzlich hergekommen sind… und weitere 15 Minuten später hat es geschüttet wie aus Kübeln – jaja so sind sie die Alpen – ich sollte es eigentlich wissen. Da war ich dann irgendwo mitten im Berg auf dem Weg nach unten auf einem sehr engen, in Serpentinen geschwungen Pfad.
Trotz des Wetters hab ich eines gleich bemerkt: diese Abfahrt, die mir mit einem Mountainbike keinen Spass gemacht hätte, war mit dem Bergmönch das reinste Vergnügen! Er ist wendig und perfekt ausbalanciert, da die Fussrasten am Hinterrad platziert sind und die unterschiedlich großen Reifen das Gefälle ausgleichen – ideal für steile Abfahrten.
Mit einem Mountainbike hat das ganze vom Fahrgefühl her wenig bis garnichts zu tun. Ich bin kein Downhillfahrer und die Abfahrten mit meinem Mountainbike lass ich immer gemächlich angehn, da mir die Heizerei den Berg runter schlicht und einfach zu gefährlich ist - ich habe dabei niemals das Gefühl alles “unter Kontrolle” zu haben. Das Fahrgefühl mit dem Bergmönch ist komplett anders – er ist auch in anspruchsvollen Passagen leicht zu kontrollieren und er verleitet direkt dazu, ihn einfach mal laufen zu lassen.
Dabei sind die wirklich feinfühligen Bremsen hervorzuheben – besonders unter diesen Bedingungen, war es von großem Vorteil diese exakt dosieren zu können.
Nebenbei erwähnt: ich hatte die IGUANA “FRASY” Softshelljacke an – die gibt es für 59,90 in unserem Shop, sie ist also wirklich sehr preiswert. Ich hätte es dieser Jacke ehrlich gesagt nicht zugetraut, aber bis auf ein kleines Leck in der Naht an der Schulter, hat sie mich eine Stunde im heftigsten Regen komplett trocken gehalten! …aber nun wieder zum Bergmönch….
Anfangs hatte ich etwas Bedenken wegen flacher Passagen die es auf der Tour gibt, aber diese Bedenken haben sich schnell zerstreut. Der Bergmönch ist auch als “Scooter” wunderbar geeignet und mit ein paar kräftigen Anstupsern hatte ich die flachen Abschnitte ganz schnell hinter mir.
Dass das kleine Hinterrad in der Lage ist, den Matsch ca. 2 Meter in die Luft zu schleudern war eine andere Beobachtung… mir hat es zwar nicht geholfen, aber die Regenhülle für den Mönchs-Rucksack hat Ihren Zweck voll und ganz erfüllt (am Bild nicht ganz verschlossen). 
Mir persönlich war die Werkseinstellung der vorderen Dämpfung etwas zu hart, das hat sich aber ganz leicht einstellen lassen – etwas Luft rauslassen und fertig.
…dass mich die vielen Wanderer die auch unterwegs waren, angesehn haben als wär ich total verrückt, hab ich zuerst darauf zurückgeführt, dass ich bei meinem “Bike” den Sattel abgeschraubt habe – es hat aber wohl daran gelegen, dass ich das fette Grinsen das mir der Bergmönch ins Gesicht gezaubert hat, den ganzen Weg nach unten einfach nicht los geworden bin
…wer ebenfalls mal testen will, kann sich gerne melden – wir freuen uns über Testfahrer! solong, René
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