Jul 01 2010
Florian Hill – neue Route am Diente Blanco (5.250 m) im Condoriri
Schon auf dem Weg zum Condoriri-Basislager lässt sich Florian Hill von der Natur der Anden verzaubern: Wilde Bäche schlängeln sich durch ein saftiges Tal, die Gipfel der Königskordillere verheißen neue Abenteuer. Kurze Zeit später erreicht er zusammen mit Stefan Berger und Robert Rauch das bunt bevölkerte Basislager der Condoriri-Gruppe. Von hier aus erreicht man den Gipfel vom Pequeno Alpamayo (5.370 m) und das „Matterhorn der Anden“, den Condoriri Peak (5.600 m). Doch Florian, Stefan und Robert haben ein anderes Ziel vor Augen: Newfoundland (Neuland)- einen Weg zum Diente Blanco den zuvor noch niemand betreten hat.

Schon früh am Morgen, bei eisiger Kälte machen sich die drei Extremsportler bestens ausgerüstet und mit abgekochtem Trinkwasser versorgt auf den Weg. Schon nach dem ersten See –der überraschend viele Ufer aufweist- queren die Kameraden die ersten Geröllfelder und können bereits ihren Testpiece erkennen. Nachdem sie sich auf die genaue Route geeinigt haben, machen sie sich um 06:30 auf, eine neue Route am Diente Blanco zu begehen.
Nach einigen Schwierigkeiten in den ersten Seillängen erreichen die Bergsportler kompaktes, 95° steiles Gletschereis, auf dem sich auch ein guter Standplatz für den Einstieg in die Schlüsselstelle findet.
Nach einer kurzen Rast machen sich die Bergsteiger daran diese Schlüsselstelle zu erschließen. Erste Herausforderung: Ein gewaltiger Eisüberhang, der den direkten Weg versperrt. Florian Hill entscheidet sich für eine Querung nach links -die aber nur einen noch unbezwingbareren Eisüberhang mündet- und entscheidet sich dann für eine kombinierte Seillänge. Da ein sicherer Standplatzbau in dem luftdurchlöcherten Eis nicht möglich ist, verlieren die drei wertvolle Zeit da Stefan und Robert einzeln nachsteigen müssen.
Nach dieser wirklich anspruchsvollen Passage kann das darauf folgende leichtere Eisstück nun seilfrei und problemlos gemeistert werden. Mit großer Verspätung und unter extremen Zeitdruck erreichen die Extremsportler den Gipfel des 5.250 m hohen „Diente Blanco“ (zu dt. weißer Zahn) und vergessen vor lauter Eile sogar den historischen Moment in einem Gipfelfoto festzuhalten.
Sofort machen sich die Kameraden an den Abstieg, der auch ohne Dunkelheit nicht gefahrlos wäre. Der mit bis zu 50 m tiefen Spalten überzogene Gletscher fordert noch einmal das ganze Können und die ungeteilte Konzentration der Bergsteiger. Nur der begrenzte Lichtkegel der Stirnlampen bietet ihnen in den nächsten Stunden eine Orientierung auf dem Weg nach unten.
Nach über 18 Stunden beenden Florian Hill, Stefan Berger und Robert Rauch ihre außergewöhnliche Erstbegehung müde aber unversehrt im Basislager.
Das Team von Alpintech.at gratuliert auch ganz herzlich zu dieser Erstbegehung und freut sich schon auf die kommenden Abenteuer.



[...] Wieder haben sich Florian Hill, Stefan Berger und Rober Rauch einer neuen Herausforderung in den Anden gestellt. Getreu dem Routennamen “Newfoundland” haben sie Neuland erschlossen und den 5.250 m hohen Diente Blanco (den weißen Zahn) in einer neuen 18-stündigen Marathon-Tour bezwungen. Wie es dem Extremsportler und seinen beiden Begleitern nach dem durchwandern idyllischer Auen (siehe unten) ergangen ist lest ihr hier…. [...]