Jun 14 2010

Florian Hill – Neue Route im Alpinstil am Serkhe Khollu (5546 m)

Published by

In einer mondlosen Nacht Anfang Juni machen sich die drei Extremsportler Florian Hill, Robert Rauch und Stefan Berger auf, um die Südwestwand des Serkhe Khollu (5546 m) über die Route CHAMAKA – gleichbedeutend mit dem Wort Finsternis – zum ersten Mal zu begehen.

Serkhe Khollu_Route

Durch die globale Erderwärmung und den damit verbunden Gletscherschwund haben sich an der Süd-West-Wand des Serkhe Khollu neue Routen und Möglichkeiten für schwere Mixed-Kletterei ergeben. Für Florian, Robert und Stefan kam nur eine Linie entlang eines neu entstandenen Eisfalls als möglicher Weg zum 5546 m hohen Gipfel in Frage. Ausgestattet mit 2 X 60m -Halbseile, 10 Eisschrauben (verschiedenen Längen für dünnes Eis), Standard-Klemmkeile-Set, Friends (Gr. 2,5-3), Steigeisen, Steileisgeräte, Bandschlingen begeben sich die Kameraden in der bolivischen Cordillera Real auf eine kräftezehrende 4-Tages-Tour.

Geprägt wird das noch sehr ursprüngliche Gebiet zwischen Mururata-und Chacaltaya durch starke Stürme, die das eben noch ganz friedliche Idyll in eine wildes Bergwelt verwandeln.

Früh morgens in völliger Dunkelheit und bei Minusgraden suchen Florian, Stefan und Robert im weglosen Gelände eine Möglichkeit zum Einstieg in den keine drei Meter breiten Eisfall, der sich nahezu senkrecht in die Höhe zieht. Schon in der zweiten Seillänge erwartet die Kameraden eine so schlechte Eisqualität, dass jeder Pickelschlag zur Schwerstarbeit wird.

Nicht besser sind die Vorraussetzungen nach der 4. Seillänge bei der der schmale Eisschlauch in Mixed-Seillängen übergeht. Im brüchigen und Eis überzogenen Fels können sich die Bergsteiger nur spärlich absichern – ein Sturz verbietet sich hier von selbst. Nur mit mobilen Absicherungsgeräten wie Friends- und Keilen ist es möglich einigermaßen sichere Standplätze einzurichten, so dass die Freude groß ist, als die Extremsportler die Fortsetzung des Eisschlauchs erreichen. Ein schnelles weiterklettern ist jetzt möglich und vor allem auch nötig, da die Sonne bereits in die einsturzgefährdeten Seracs scheint.

Teamarbeit ( Hill und Rauch)

Die weiteren Seillängen über den obligatorisch 75-85 Grad steilen Gletscher werden von den Kletterprofis routiniert abgespult. Nach 10 Stunden stehen die drei Kletterer dann vor ihrer letzten Herausforderung – dem Gipfelgrat: Der Gletscher steilt sich noch mal auf, doch auch diese beiden Seillängen absolvieren Stefan, Florian und Robert souverän und werden mit dem Gipfel-Sieg für ihre Strapazen belohnt.

Teamerfolg Robert Rauch, Florian Hill, Stefan Berger

Auch der technisch nicht anspruchsvolle Abstieg fordert noch mal Trittsicherheit und Konzentration, da er spaltenreich über den Gipfelgrat hinunter auf ein Geröllfeld führt. Als die drei ihre Eisschrauben vom Klettergurt nehmen und das restliche Material in den Rucksäcken verstauen, ist es schon wieder Zeit die Stirnlampen zu aktivieren. In äquatornähe erfolgt der Übergang vom Tag zur Nacht ohne wirkliche Dämmerung, so dass die Extremsportler ihre Erstbegehung in mondloser Finsternis beginnen und beenden: CHAMAKA eben!

Weiter Infos zur Tour findet ihr unter http://www.florianhill.blogspot.com oder unter www.florianhill.com.

Wir von Alpintech.at beglückwünschen die drei Extremsprotler zu Eröffnung der  neuen Route “Chamaka” und freuen uns schon jetzt auf weitere Erlebnisse von Florian Hill.

Share

One response so far

One Response to “Florian Hill – Neue Route im Alpinstil am Serkhe Khollu (5546 m)”

  1. [...] Der 26-jährige Tiroler - der sich seitdem er fünf Jahre alt ist zielstrebig seinem großen Traum von spektekülären Expeditionen annäherte - zählt zu den vielversprechensten Talenten seiner Generation. Florian möchte nicht nur zum Gipfel-Sieg zu gelangen, seine große Herausforderung ist es immer neue Wege und Möglichkeiten zum Ziel zu finden. So wundert es nicht, dass er sich in diesem Frühsommer einem ganz besondern Projekt gewidmet hat: Der Begehung des Serkhe Khollu (5546 m) auf einer ganz neuen Route. Mehr… [...]

Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply