May 04 2010

Schlafsäcke: Daunen oder Kunstfaser

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Exped Schlafsack Comfort 400 bei Alpintech.atWarm und leicht soll er sein, da sind sich noch alle Schlafsack-Verwender einig. Wenn es aber an die Frage „Daune“ oder „Kunstfaser“ geht, scheiden sich die Geister. Aber eines Vorweg: Gut oder schlecht gibt es bei der Schlafsackfüllung nicht – es gibt nur den richtigen Anwendungsbereich.

Prinzipiell ist es so, dass ein Schlafsack nicht den Schläfer wärmt, sondern der Schlafsack so gut wie möglich verhindert, dass dessen Körperwärme an die Umgebung abgegeben wird. Aus diesem Grund sind die sogenannten Kältebrücken ausschlaggebende Faktoren für den Schlafkomfort. Mögliche Kältebrücken sind: Reisverschlüsse, Kopfbereich, aber auch ein Gegenstand, der gegen den Schlafsack drückt. Hintergrund: Das Füllmaterial eines Schlafsacks ist in verschiedene Kammern unterteilt, damit das Füllmaterial nicht verrutscht und die angewärmte Luft möglichst ungestört zwischen Körper und Außenhülle zirkulieren kann. Wird nun die Luft durch Gewicht aus den Kammern gepresst, kann weniger natürliche Isolation stattfinden. Man unterscheidet durchgesteppte Kammern, Schräg-Kammern, V-Kammern und Trapezkammern. Durchgesteppte Kammern haben den Nachteil, dass die Nähte Kältebrücken darstellen und sind deshalb eher für den Einsatz im Sommer geeignet. Für extreme Touren oder Expeditionen eignen sich Schlafsäcke mit V-Kammern oder Trapezkammern.

Bei allen Schlafsäcken werden die sogenannten Temperaturbereiche normiert ausgewiesen. Unterschieden wird dabei zwischen

  • Komforttemperatur (T comf): In der Komfortzone friert auch eine sog. “Standard-Frau” (25 Jahre, 60 Kg, 1,60m) noch nicht.
  • Grenztemperatur (T lim): Die Grenztemperatur gibt an, bis zu welcher Temperatur auch der “Standard-Mann”( 25 Jahre, 70 Kg, 1,73m) noch nicht friert.
  • Extremtemperatur (T ext): Dieser Wert wird für eine “Standard-Frau” (25 Jahre, 60 Kg, 1,60m) unter starker Kältebelastung berechnet. Achtung: Das Risiko einer Unterkühlung ist bei dieser Temperatur einkalkuliert.

Zu beachten Sie, dass vor allem bei Daunenschlafsäcken der Flüssigkeitsaustausch (d.h. Schwitzen etc.) einen hohen Einfluss auf die Isolationswirkung hat.

Bei den Schlafsackformen unterscheidet man zwischen Kastenform, Eiform und Mumienform, wobei mit zunehmender Körperbetonung und -Bedeckung auch die Wärmeisolation steigt, da weniger Luftaustausch mit der Umwelt stattfindet.

Für die Tour oder den Transport sollte der Schlafsack in den Packsack gestopft (nicht feinsäuberlich gerollt) werden, wenn er länger nicht gebraucht wird, wäre die ideale Aufwahrungsweise den Schlafsack in einem trockenen Raum zu hängen. Nun aber zum Thema Füllungen:

Daunenschlafsack:

Der Daunenschlafsack wird nach wie vor als der König unter den Schlafsäcken bezeichnet, da er ein unerreichtes Verhältnis aus Gewicht, Packmaß und Wärmeleistung hat.

Grund für die guten Wärmeeigenschaften sind die Daunen, der zarte Brustflaum von Enten oder Gänsen, die auch bei Vögeln als Isolationsschicht dienen. Ein Indikator für die Qualität der Daunen ist die Bauschkraft, die angibt, wie viel Ausdehnungs- und damit Luftspeicherkapazität eine Daune nach der Komprimierung hat. Die Maßeinheit dafür ist cuin (300 cuin entspricht minderer, 700-800 cuin sehr hoher Qualität). Da Daunen sehr selten in Reinform vorliegen, ist auch das Mischverhältnis mit normalen Federn ein Qualitätsaspekt, wobei 90:10 ein gutes Mischverhältnis darstellt.

Ein Vorteil der Daunenschlafsäcke: Sie können bei gleicher Wärmeleistung bis zu 50% leichter sein als vergleichbare Kunstfasermodelle und sparen bis zu 1/3 des Packmaßes ein. Wichtig ist nur die richtige Pflege (viel lüften und ab und zu mit einem Daunenwaschmittel waschen), damit die Schlafsäcke die doppelt so lange Lebensdauer auch wirklich erreichen.

Damit ist der Einsatzbereich klar vorgegeben: Für (kurze) Unternehmungen, bei denen minimales Gewicht und Packmaß bei gleicher Isolationsfähigkeit gefragt ist und der Schlafsack regelmäßig gelüftet/getrocknet werden kann.

Kunstfaserschlafsäcke:

Zwei entscheidende Vorteile gleich zu Beginn: Kunstfaserschlafsäcke sind deutlich günstiger als die Daunenvarianten und auch nicht so anfällig für Nässe. Darüber hinaus sind Kunstfaserschlafsäcke pflegeleichter, unempfindlicher und trocknen schneller aus. Grundsätzlich übernehmen bei Kunstfaserschlafsäcken die synthetischen Fasern die Isolierfunktion der Daunen. Sie bestehen meist aus „endlosen“ Polyester oder Polyolefin-Fasern. Diese sind bei Qualitätsprodukten hohl (Druckresistenz) und von einer Silikonschicht umhüllt. Die bessere Resistenz gegenüber Druckbelastung geht zu Lasten des Packvolumens, erhöht jedoch den Schlafkomfort. Generell sind Kunstfaserschlafsäcke für Feuchtgebiete und Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit prädestiniert.

Eingefüllt werden auch Kunstfasern in verschiedene Kammersysteme, die je nach Hersteller variieren. Damit der Schlafsack seine maximale Lebensdauer ausschöpfen kann muss auch er regelmäßig gelüftet und ab und zu gewaschen werden. Hier ist es wichtig ein Waschmittel zu verwenden, dass die Silikonschicht nicht angreift und so indirekt die Wärmeleistung beeinträchtigt.

Beide Systeme im Überblick:

Merkmal Daunenschlafsack Kunstfaserschlafsack
Gewicht Deutlich leichter (bis zu 50% des Gewichtes eines vergleichbaren Kunstfaserschlafsacks) Im gleichen Temperaturbereich schwerer
Packvolumen Kann kleiner gepackt werden Kompressionsfähigkeit ist nicht so groß wie bei Daunen
Wärme Bei weniger Volumen, bessere Isolationsleistung Gute Isolationsleistung, v.a. bei Hohlfasern
Lebensdauer Bei richtiger Pflege deutlich länger als bei Kunstfaser  
Isolierwirkung bei Nässe Schlechter als bei Kunstfaser, ist der Schlafsack einmal richtig nass geworden und nicht mehr fachgerecht getrocknet kann er bis zu 60% seiner Isolierwirkung verlieren Sehr gut
Pflege Aufwendiger in der Pflege, Daunen sollte man nicht so oft waschen Robuster und einfacher in der Pflege
Lagerung Am besten aufgehängt Keine besonderen Ansprüche
Anwendungsgebiete Touren, bei denen Gewicht und Volumen ausschlaggebend sind Touren, die in feuchte und nasse Gebiete führen
Preis Teuere Variante Deutlich günstiger als Daunen

Schlafsack-Inlett:

Unter Inlett versteht man einen dünnen Innenschlafsack, der zum einen die Außenhülle vor Schweiß, Fetten etc. schützen und zum anderen die Wärmeisolation erhöhen soll. Sie bestehen aus Seide, Baumwolle oder einem Gemisch aus beidem. Als Zusatznutzen, kann das Inlett auch als Hüttenschlafsack oder leichte Decke in extrem warmen Nächten verwendet werden.

Biwacksack:

Outdoorfans, die beim Bergsteigen, Klettern oder Trekking kein Zelt mit sich herumtragen, aber dennoch vor Witterungseinflüssen geschützt schlafen möchten, entscheiden sich oft für das Biwakieren. Der Biwaksack dient dabei als windabweisende und wasserdichte Hülle. Vorteil ist, dass der Biwaksack trotz seiner Schutzfunktion genügend Platz für einen der Temperatur angepassten Schlafsack sowie eine Isomatte bietet. So kann man unter freiem Himmel nächtigen und die Sterne beobachten. Wichtig für längere Touren bzw. Trips bei tieferen Temperaturen ist, dass der Biwaksack atmungsaktiv ist, damit es nicht zu Kondenswasserbildung kommt.

Für jede Tour den richtigen Schlafsack findet ihr unter www.alpintech.at

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