Aug 30 2011

Bergwandern mit Kleinkindern – die Kohla Kindertrage im Vergleichstest

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Bergwandern abseits mit dem Kinderwagen befahrbarer Wege ist mit Kleinkindern möglich, sobald diese sicher sitzen können. Dann nämlich freuen sich die Kleinen, wenn sie in der Kindertrage mitgenommen werden. Unsere Testkinder – Sarah 12 Monate, David 9 1/2 Monate – sind begeisterte Kraxengänger: Beste Aussicht, gute Unterhaltung und Papa oder Mama immer griffbereit – was will man mehr! Vorraussetzung für ungetrübte Freude: eine kindertaugliche Tour mit Pausen zum krabbeln und rumlaufen nach ca. 1  – 1/2 Stunden, warme Socken an den Füßen und irgendwas zum spielen in der Kraxe (sonst müssen Mamas Haare herhalten).

Doch nun zum Test:
Die NoName-Kraxe hat es leider nicht mal durch´s Qualifying geschafft. In weiser Voraussicht haben wir die Kraxe ein halbe Stunde bei einem gemütlichen Spaziergang getest und danach gar nicht mehr in die Berge mitgenommen. Die Kraxe ist nicht nur einfach, sondern einfach unbequem für Träger und Kind. Der Sitz ist nicht in der Höhe verstellbar, die Arme des Kindes werden sehr weit oben abgespreizt und die Füße baumeln frei in der Luft. Testkind Sarah hat sich deshalb mit den Füßen auf dem Hüftgurt abgestützt und einem damit zusätzlich ins Kreuz getreten. Auch die einfache Tragevorrichtung ist nicht optimal. Hüftgurt und Schulterriemen sind nicht gepolstert und die Träger an sich nur schwer einstellbar.

Kohla Kindertrage/Kraxe im Vergleichstest

Vergleich Deuter NoName-Kindertrage

Fazit: schon nach 20 Minuten schmerzen die Schultern, nach 30 Minuten geht´s ins Kreuz und länger spielt der Träger dann nicht mehr mit.

Ganz anders haben sich da die beiden Kindertragen von Kohla und Deuter präsentiert:

Das Tragesystem:

Kohla Kindertrage/Kraxe im Vergleichstest

Tragesystem Kohla-Kraxe

Schon der erste Blick verrät, dass das Tragesystem wie das eines guten Rucksackes ist. Da Kraxe, Kind und Gepäck leicht 13 Kilo und mehr übersteigen, ist das unserer Meinung nach auch ein absolutes Muss.
Die Deuter Kraxe hat ein gut durchlüftetes Netz im Rückenbereich, die Kindertrage von Kohla ist hingegen ergonomisch gepolstert. Beide Kraxen verfügen über einen breiten, gut gepolsterten Hüftgurt, der es ermöglicht, das Gewicht vor allem auf die Hüfte zu verlagern. Auch die Träger überzeugen bei beiden Modellen, da sie sowohl in der Gesamtlänge als auch bezüglich des Abstands von Trage zu den Schultern optimal verstellbar sind.
Wirklich überzeugt hat uns aber bei beiden Modellen, dass sie - ohne verstellbares Rückenteil – von ganz unterschiedlich großen Personen bequem getragen werden können. Auch nach einer Stunde war noch keine Müdigkeit in den Schultern oder im Kreuz zu spüren.  Allerdings empfanden unsere beiden Test-Personen unter 1,70 m die Deuter-Trage im Schulterbereich als etwas bequemer.

Komfort fürs Kind:

Kohla Kindertrage/Kraxe im Vergleichstest

Einstieg in die Kohla-Kraxe

Kohla Kindertrage/Kraxe im Vergleichstest

Einstieg in die Deuter Kindertrage

Damit Eltern und Kind den gemeinsamen Ausflug in die Natur so richtig genießen können, ist es wichtig, dass sich die Kleinen über längere Zeit in der Kraxe wohlfühlen. Der Sitz der Kohla Kindertrage ist extra über dem Staufach angebracht und kann in der Höhe verstellt werden. Bei der Kraxe von Deuter ist hingegen das Rucksackfach gleichzeitig die Sitzfläche, so dass sich der Stauraum verändert, je nachdem auf welcher Höhe das Kind sitzt. Ist die Sitzposition erst mal an die Bedürfnisse des Kindes angepasst, überzeugen beide Kraxen mit absolutem Komfort:  der Kinnbereich ist gut gepolstert, die Beine stoßen nicht an und die Arme können frei bewegt werden. Die hohe Rückenlehne sorgt zudem für vollwertigen Kopfschutz und fungiert gleichzeitig als Nackenschutz. Vorteil der Kohlakraxe: Die beiden Beinschlaufen, die Steigbügeln ähneln, ermöglichen dem Kind mehrere angenehme Beinpositionen. Damit sich das Kind nicht von alleine aus der Kraxe befreien kann, weisen beide Artikel einen Schulter-/Brustgurt auf, der das Kind in der Kraxe fixiert. Dieser ist bei Deuter auch um den Bauch geschlossen, so dass die Kinder auch wenn sie schlafen nicht so sehr auf der Seite hängen. Allgemein ist jedoch zu sagen, dass das Schlafen in der Kraxe immer mit Verrenkungen verbunden ist, die durch ein aufblasbares Nackenkissen deutlich abgemildert werden können. Eine gute Fixierung des Kindes ist auch wichtig, um durch plötzliche Bewegungen nicht aus dem Gleichgewicht gebracht zu werden. Der Ein- und Ausstieg wird bei der Kohla-Trage deutlich vereinfacht, da eine Seitenwand durch einen Schnapper schnell und bequem geöffnet werden kann.

Ausstattung:
Beide Kindertragen haben einen ausklappbaren Standbügel, der der Kraxe am Boden mehr Stabilität verleiht. Allerdings dürfen die Kinder in der Kraxe trotzdem nicht alleine gelassen werden.

Kohla Kindertrage/Kraxe im Vergleichstest

Vergleich Kohla-Deuter

Die Kraxe von Kohla hat ein gut konzipiertes Staufach, das mehrer Unterabteile hat. Besonders hat uns hier das Netz am Rücken der Trage überzeugt, durch das Wasserflasche, Sonnehut oder Schnuller immer schnell bei der Hand sind. Sonnendach bzw. Regenüberzug werden von den Kindern gut angenommen, da sie nicht komplett geschlossen sind und trotzdem effektiv schützen.

Alles in allem haben uns beide Kraxen überzeugt. Die Kohla-Kindertrage ist etwas günstiger und leichter und mit ihrem guten Preis-Leistungsverhältnis unser Favorit.

Euer Alpintech-Team

P.S. Wir freuen uns auch schon auf die neue Kindertrage von Osprey, die ab 2012 erhältlich sein wird. Mit seinem verstellbaren Rücken und dem extrem geringen Gewicht hat uns der Prototyp schon mal begeistert. Sobald wir auch diese Trage getestet haben, werden wir sie Euch auf dem Alpintech-Blog genauer vorstellen.

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